Mit Brief und Siegel ─ die Eierkennzeichnung

Beim Kauf von Lebensmitteln aus tierischer Herkunft wollen viele Verbraucher ein Wörtchen mitreden – und das ist auch gut so. Mit jedem gekauften Ei oder Stück Fleisch stimmen Verbraucher für bestimmte Haltungsformen oder die Herkunft der Produkte ab. Um beim Einkauf Transparenz zu bieten und eine größtmögliche Rückverfolgung zu ermöglichen, gelten deshalb innerhalb der EU bestimmte Regeln. Speziell für Eier gelten seit 2004 EU-weit die Vorschriften zur Kennzeichnung von Eiern, die in den Normen zur Vermarktung von Eiern verankert sind.

Welche Eier unterliegen der Kennzeichnungspflicht?

Eierstempel

Ob Ihre Erzeugnisse gekennzeichnet werden müssen, lässt sich leicht bestimmen. Die Regelungen schließen sortierte Eier ein, die über den Handel verkauft werden sowie sortierte Eier, die vom Erzeuger direkt an den Verbraucher verkauft werden wie beispielsweise über Hofläden, die Biokiste oder an Marktständen von Bauern. Für unsortierte Eier, die unverpackt direkt auf dem Hof verkauft werden, gelten vereinfachte Regelungen. Wer also Hühnereier über Dritte wie Lebensmittelgeschäfte oder Markthändler verkaufen möchte oder selbst einen Verkaufsstand anbietet, für den gilt die volle Pflicht zur Eierkennzeichnung. Wer seinen Kunden anbietet unsortierte, unverpackte Eier direkt auf dem Hof abzuholen, für den reicht die vereinfachte Kennzeichnung.

Welche Infos müssen bei der vollen Kennzeichnung angegeben werden?

Für die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung müssen auf der Verpackung, dem Etikett oder dem Eierkarton folgende Angaben unbedingt aufgeführt werden:

  • Die Güteklasse der Eier
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
  • Die Hinweise zu Lagerung, Zubereitung und Verzehr: „Verbraucherhinweis: Nach dem Kauf bei Kühlschranktemperatur aufbewahren. Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums durcherhitzen“
  • Haltungsform der Hühner („Eier aus ökologischer Erzeugung“, „Freilandhaltung“, „Bodenhaltung“ oder „Käfighaltung“)
  • Anzahl der Eier in der Verpackung
  • Gewichtsklasse (S, M, L oder XL)
  • Kennnummer der Packstelle

    Tabelle Eierkennzeichnung

    Die erste Zahl des Stempels gibt Auskunft über die Haltungsform.

Auf dem Ei muss selbst muss außerdem der Erzeugercode mit Haltungsform, Herkunftsland und Nummer des Legebetriebs angegeben werden. Das erfolgt in der Regel mit einem Eierstempel.

Der Eistempel: Was sagt er aus

Bei der Eierkennzeichnung durch den Code direkt auf dem Hühnerei haben Verbraucher die Möglichkeit, abzulesen, in welcher Haltungsform die Legehennen leben, aus welchem Land das Ei stammt (DE steht für Deutschland, NL für Niederlande, AT für Österreich und so weiter) und auf welchem Hof genau das Ei erzeugt wurde. So weiß jeder, wie das Huhn gehalten wurde, dessen Eier er isst. Das sorgt für größtmögliche Transparenz und hilft außerdem den Behörden, Eier bei Problemen bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen.

Marketingchance nicht verpassen

Die Pflicht zur Kennzeichnung der Eier hat aber nicht nur Vorteile für die Kunden. Clevere Landwirte können sie auch als Teil der Werbestrategie nutzen, denn sie sagt auch etwas über die Produktqualität aus. Die 0 oder 1 im Erzeugercode zeugt von Eiern aus ökologischer Erzeugung oder Freilandhaltung, eine Aussage, die für Kunden eine ähnlich starke Wirkung hat wie beispielsweise das Biosiegel. Und wer seine Verpackungen ohnehin mit Pflichtangaben versehen muss, kann diesen Arbeitsschritt auch nutzen, um hofeigene Etiketten und Aufkleber mit Logo und Adresse aufzukleben. Das schafft Wiedererkennungswert und stärkt die Kundenbindung.

 

Bildquelle: Oberes Bild © Picture-Factory – Fotolia.com, Tabelle: eierschachteln.de

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